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René Cunaeus


Herr Cunaeus, erstmal vorne weg. Immer wieder gibt es Irritationen über ihre genaue Bezeichnung. In welcher Funktion sind sie beim Verein VfB Germania Halberstadt tätig, Team-Manager, sportlicher Leiter, Geschäftsführer oder doch etwas anderes?

Ich bin der Geschäftsführer der Halberstädter Fußball-GmbH, die ebenso zum Verein VfB Germania Halberstadt gehört.


Welchen Aufgabenbereich decken sie mit ihrer Arbeit ab und wie lässt sich dies mit ihrem eigentlichen Job und einer Familie vereinbaren?

Hauptsächlich habe ich bei der Fußball-GmbH, neben vielen anderen Dingen, zwei Arbeitsbereiche. Das sind die Sponsoren und der Spielerkader. Meinen Lebensunterhalt verdiene ich jedoch mit einem anderen Vollzeit-Job. Insgesamt lässt sich dies auch nur schwer vereinbaren, entsprechend ist meine Freizeit eng beschnitten, aber ich bin mit Leib und Seele Germaniafan und lebe für den Fußball in Halberstadt. Meine Familie respektiert dies und zieht da auch mit. Sollten sich die Anforderungen an meine Person jedoch erhöhen, müsste man gewisse Dinge auf den Prüfstand stellen und neu überdenken.


Brauchen wir diesbezüglich nicht einen hauptamtlichen Manager, der nur für den Halberstädter Oberligafußball verantwortlich ist? Könnte der Verein solch eine Arbeitsstelle überhaupt finanzieren?

Mittelfristig bräuchten wir eigentlich angesichts steigender Ziele solch einen Manager. Diese Stelle müsste sich jedoch zu einem sehr großen Teil selbst finanzieren. Ein hauptamtlicher Manager könnte sich auf jeden Fall viel effizienter um neue und vorhandene Spieler kümmern und hätte auch zur zielgerichteten Sponsorengewinnung größere Ressourcen frei.


Mit großen, vielleicht zu großen Erwartungen sind wir in die Saison gestartet. Nach 16 Ligaspielen stehen wir auf dem zehnten Tabellenplatz und haben nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Was denken sie über diese bedrohliche Situation?

Diese Erwartungen haben wir uns ja selber auferlegt. In der Nachbetrachtung haben wir die Situation der Mannschaft nicht immer richtig erkannt. Zwei Dinge möchte ich hierbei nennen, die erhebliche Verletzungsproblematik und die nicht immer überzeugenden Neuzugänge. Nach der sehr guten Vorbereitung im vergangenen Sommer sahen wir eigentlich keine Probleme. Dadurch kam eine gewisse Euphorie auf, die im Nachhinein vielleicht etwas verfrüht war, weil unsere Mannschaft in der "Breite" vielleicht doch nicht so gut ist, wie wir dachten. Dieser Eindruck kann sich jedoch auch wieder ändern. Dann fehlten uns natürlich auch Glück, so wie in der letzten Saison, und manchmal auch das notwendige Engagement. Dies führte oft zu knappen Niederlagen, die nicht immer hätten sein müssen. Einer der Hauptgründe für das nicht so berauschende Abschneiden ist natürlich ebenso die Tatsache, dass wir viel zu selten die komplette Mannschaft zur Verfügung hatten und sehr viele Gegentore durch Standardsituationen bekommen haben. Hier machten sich die langen Ausfälle unserer kopfballstarken Spieler, wie z. B. Fait Banser und Nils Thiele besonders bemerkbar.


Nächste Saison müssen wir Platz vier erreichen, um uns für die neue Regionalliga zu qualifizieren. Sind sich alle Beteiligten im Verein bzw. im Oberliga-Bereich bewusst, dass man schon jetzt die Grundlagen dafür (sportlich und Umfeld) schaffen muss?

Ein unmissverständliches JA!


Angesichts einer harten Konkurrenz in der nächsten Oberligaserie ist auch der finanzielle Etat unserer ersten Mannschaft sehr wichtig. In diesem Bereich müssten wir eigentlich deutlich zulegen, wollen wir wettbewerbsfähig bleiben. Ist dies überhaupt möglich, den Etat entsprechend aufzustocken?

Wir haben ein gesundes Umfeld. Außerdem hat der Verein bestimmte Ziele, die eine gewisse finanzielle Absicherung mit sich bringen sollten. Die Geschichte mit einem notwendigen Etat und einer entsprechenden Aufstockung sehe ich immer relativ. Man braucht doch bloß in unsere Liga schauen. Da gibt es z. B. den "Krösus" FC Sachsen Leipzig und den "kleinen" Verein FC Eilenburg. Die Eilenburger liegen in der Tabelle deutlich vor dem FC Sachsen, aber ihr Etat macht vielleicht 10-20 Prozent des Leipziger Saisonetats aus. Geld ist nicht immer entscheidend, Geld ist "nur" ein Hilfsmittel, auf die richtigen Spieler kommt es an.


Die Verträge von diversen Spielern, wie z. B. Kischel, Stefke, Vandreike und Pölzing laufen im Juni aus. Können diese Akteure gehalten werden bzw. will man das überhaupt?

Erst mal muss der Trainer die sportliche Entscheidung treffen, wer bei uns bleiben soll. Ich kann auf jeden Fall bestätigen, dass wir eigentlich alle Leistungsträger halten wollen. Wir sind da auch in guten Gesprächen. Der Rest wird sich zeigen.


Brauchen wir im Sommer nicht auch mindestens fünf neue gestandene Oberligaspieler, wenn wir die Qualifikation schaffen wollen? Gibt es diesbezüglich schon Planungen, wer im kommenden Sommer zu uns wechseln wird bzw. werden wir uns vielleicht schon im Winter verstärken, zumal uns René Heckeroth eventuell bereits im Januar verlassen wird?

Wir beobachten zahlreiche Spieler. Ob wir nun schon im Winter einen davon verpflichten werden, möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt geben. Sicherlich brauchen wir zur neuen Saison Verstärkungen, keine Frage. Über die genaue Anzahl kann man jedoch noch nichts Verbindliches sagen. Wir werden auch in der Rückrunde den vorhandenen Kader genau unter die Lupe nehmen, ob sich die Spieler weiter entwickeln, ob Qualität, Bereitschaft und der der absolute Wille für die nächste schwere Saison ausreichend sind. Was "Hecke" betrifft, ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.


Weiterhin gibt es innerhalb der Germaniafans immer wieder Diskussionen darüber, ob wir uns, sowohl sportlich als auch was das Umfeld betrifft, wirklich weiterentwickeln. Wie ist dahingehend ihre Meinung, sind wir auf einem guten Weg?

Die Diskussionen sind durchaus berechtigt und auch in der sportlichen Situation begründet. Ansonsten bin schon der Ansicht, dass sich der Verein weiterentwickelt, auch wenn wir ständig dabei sind, unser wirtschaftliches Umfeld weiterhin zu verstärken. Sportlich müssen wir auf jeden Fall was tun, um z. B. auch mehr Fans ins Stadion zu locken. Die Qualität der bisherigen Heimspiele war natürlich nicht immer berauschend und dann ist das Unverständnis der Fans manchmal auch nachvollziehbar.


Möchten sie sonst noch etwas loswerden?

Ich wünsche frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr und dass wir uns 2007 alle gesund im Friedensstadion wieder sehen.


Das Interview führte Helge Osterloh (hos).

 

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