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Olaf Herbst


Herr Herbst, mit großen, vielleicht zu großen Erwartungen sind wir in die Saison gestartet. Nach 16 Ligaspielen stehen wir auf dem zehnten Tabellenplatz und haben nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Was denken sie über diese bedrohliche Situation?

Diese keineswegs zufrieden stellende Situation war so nicht zu erwarten. Hinzu kommt natürlich die nicht vorhersehbare und akute Verletzungsmisere. Eine so genannte Stammformation konnte sich kaum einspielen und viele sehr wichtige Spieler, wie z. B. Fait Banser und Nils Thiele sind wochenlang ausgefallen. Außerdem haben die Neuzugänge nicht so eingeschlagen, wie wir uns das alle erhofft haben.


Genießt die sportliche Führung um Cheftrainer Thomas Pfannkuch und René Cunaeus, dem Geschäftsführer der Fußball-GmbH noch das volle Vertrauen des Präsidiums?

Bisher eindeutig ja. Das Bewährte soll auf jeden Fall beibehalten werden. Für die Zukunft kann man natürlich nichts ausschließen. Auch in Halberstadt gelten die normalen Gesetze des Fußballgeschäfts. Immerhin führt der Trainer die Mannschaft und ist für den Erfolg verantwortlich. Trotzdem habe ich zu Thomas Pfannkuch vollstes Vertrauen, dass er auch diese Situation meistern wird.


Inwieweit nehmen sie überhaupt Einfluss auf das Geschehen im Halberstädter Oberliga-Fußball?

Wir haben eine Struktur, bei der grundsätzlich alles über den Präsidenten läuft. Der Vereinspräsident arbeitet jedoch ehrenamtlich, also sind bestimmte Verantwortlichkeiten festgelegt worden. Das geht u. a. über die Übungsleiter zum Abteilungsleiter Fußball bis hin zum Vizepräsidenten Herrn Heimbürger, zu dessen Bereich die ersten beiden Herrenmannschaften gehören. Diese sehr anspruchsvolle Arbeit kann natürlich nicht eine einzelne Person allein bewältigen, ich muss auch nicht überall dabei sein. Letztendlich übernehme ich jedoch die Verantwortung für den gesamten Verein. Dies ist nun mal die Aufgabe eines Präsidenten.


Sie sind mit ihrem Ingenieur-Büro selbständig und dahingehend eigentlich auch weitestgehend ausgelastet. Wo bleibt da genügend Zeit für die Arbeit als Präsident des VfB Germania Halberstadt, die ja nicht unerheblich ist? Welche Aufgaben übernehmen sie dabei und wie oft lässt es ihre Zeit zu, auch Oberligaspiele zu besuchen?

Die Heimspiele besuche ich eigentlich immer, wenn es meine Zeit zulässt. Auswärts bin ich nur selten anzutreffen, aber wenn ich nicht allzu weit fahren muss, gelingt mir auch das hin und wieder. Meine Firma läuft recht gut, was auch eine Grundvoraussetzung für die finanzielle Unterstützung des Vereins ist. Außerdem gibt es kaum einen Tag, an dem ich nicht zwei bis drei Stunden Vereinsarbeit leiste. Dies ist nicht immer einfach. Zu meinen weiteren Aufgaben, prinzipiell bin ich der Repräsentant und der letztendliche Entscheidungsträger des Vereins.


Innerhalb des Vereins gibt die Fußball-GmbH, die sich für die ersten beiden Herren-Fußball-Mannschaften verantwortlich zeigt. Wie gestaltet sich dahingehend die Zusammenarbeit mit dem Präsidium?

Diese GmbH ist aus folgenden Gründen installiert worden. Halberstädter Oberligafußball sollte wirtschaftlich und juristisch risikofrei vom Gesamtverein bestritten werden. Wir wollten ein gewisses Risiko für den Gesamtverein VfB Germania Halberstadt auf ein Minimum reduzieren. 50 Prozent der Fußball-GmbH gehören auch unserem Verein. Was die Zusammenarbeit angeht, ist es uns nicht immer gelungen, die Einheit Fußball-GmbH / Vereinsspitze herzustellen. Jedoch war die Gründung einer Fußball-GmbH für alle Beteiligten eine neue Erfahrung, die u. a. zu der Erkenntnis führte, dass wir die besagte Zusammenarbeit effizienter gestalten müssen. Das kann vor allem durch eine Personalunion Präsidium / GmbH gelingen. Dies strebe ich für die Zukunft an.


Nächste Saison müssen wir Platz vier erreichen, um uns für die neue Regionalliga zu qualifizieren. Sind sich alle Beteiligten im Verein bzw. im Oberliga-Bereich bewusst, dass man schon jetzt die Grundlagen (sportlich und Umfeld) dafür schaffen muss? Wissen alle Verantwortlichen bereits, was da auf uns zukommt?

Seit langer Zeit wissen wir das und wir sind auch darauf vorbereitet. Natürlich möchten wir uns gerne in der nächsten Saison für die neue Regionalliga qualifizieren, aber ob uns dies auch gelingen wird, ist momentan noch nicht absehbar. Ich habe bereits im Frühjahr 2004 auf diese Problematik aufmerksam gemacht, als ich mit den Landräten, Oberbürgermeistern und Wirtschaftsleuten der drei Landkreise Wernigerode, Quedlinburg und Halberstadt zusammen saß und die Vision vom Nordharzer Viertligafußball vermittelte. Nur gemeinsam können wir den Fußball im Harz nach oben bringen.


Angesichts einer harten Konkurrenz in der nächsten Oberligaserie ist auch der finanzielle Etat unserer ersten Mannschaft sehr wichtig. In diesem Bereich müssten wir eigentlich deutlich zulegen, wollen wir wettbewerbsfähig bleiben. Ist es überhaupt möglich, den Etat entsprechend aufzustocken?

Wir müssen auf jeden Fall versuchen, das wirtschaftliche Umfeld zu stärken. Und wie ich eben schon betonte, für höherklassigen Fußball müssen wir die gesamte Harz-Region mit einbinden und vor allem deren Wirtschaftskraft gewinnen. Ansonsten wird es finanziell nicht machbar sein, auf lange Sicht höherklassigen Fußball zu garantieren.




 

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