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Thomas Pfannkuch


Nach einer enttäuschenden Hinrunde liegen wir auf dem zehnten Tabellenplatz und haben nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. Wie kam es zu dieser nicht befriedigen Situation? Liegt es wirklich nur an der massiven Verletzungsproblematik, teilweise kam ja Woche für Woche ein neuer Ausfall hinzu?

Thomas Pfannkuch:
Aus meiner Sicht ist die endlose Verletzungsmisere schon der Hauptgrund für den derzeitigen Tabellenstand. Dies soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber eines darf man nicht vergessen, dass wir die Startformation immer wieder umstellen mussten, und nur sehr selten konnte die beste Elf auflaufen. Auch die ständigen verletzungsbedingten Positionswechsel waren der "Sache" nicht immer förderlich, jedoch hatte ich oft keine andere Wahl, wer fit war, musste spielen. So habe ich z. B. Alex Kopp auf immerhin fünf verschiedenen Positionen eingesetzt, auch für Randy Gottwald traf dies mehrmals zu. Hinzu kommt, dass diverse individuelle Fehler zu vermeidbaren Niederlagen geführt haben und das Woche für Woche und fast alle Spieler waren hin und wieder davon betroffen.

Sebastian Kischel:
Klar, die Verletzungsmisere ist schon EIN Grund. Schaut man auf die Sommer-Vorbereitung, als alle fit waren, sind wir damals viel selbstbewusster aufgetreten. In den letzten Monaten mussten wir jedes Wochenende mit einer anderen Mannschaft antreten. Das war nicht immer einfach. Außerdem haben bei fast allen Niederlagen immer wieder andere Spieler, ich inkl. Fehler gemacht.

René Heckeroth:
Ich sehe das etwas anders. Meiner Meinung nach haben wir nicht immer unser wahres Leistungspotential erreicht. Außerdem hat bei einigen Spielern mehrmals die Einstellung nicht gestimmt.


Wie erklärt ihr euch die große Diskrepanz zwischen 14 Heimspiel-Punkten und nur vier Auswärtszählern?

Pfannkuch:
Auswärts haben wir oft den besseren Fußball gespielt und das gegen viele Teams aus dem oberen Tabellendrittel. Diese Spitzenmannschaften bestrafen natürlich sofort besagte Fehler und damit waren wir nicht in der Lage, mehr Punkte bei Gastspielen zu holen. Außerdem wurden viele entscheidende Gegentore durch Kopfbälle erzielt und dann muss man ganz klar sagen, dass wir insgesamt einfach zu klein sind, und wenn dann auch die wenigen kopfballstarken Spieler wie z. B. Nils Thiele und Fait Banser länger ausfallen, wird es schwierig. Bei den Heimbegegnungen haben wir kurioser Weise selten vollends überzeugt, aber wichtige Siege bzw. Punkte geholt. Hier war der Druck häufig auch sehr groß, weil man zuvor beim Auswärtsspiel verloren hatte. Darum hat uns im Friedensstadion oft das nötige Selbstvertrauen gefehlt, um besseren Fußball zu spielen. Ebenso war die Euphorie der Fans auch nicht so stark, wie in der letzten Saison. Häufig hat man die Angst der Anhänger vor Gegentoren richtig gespürt, so etwas überträgt sich natürlich auch hin und wieder auf meine Spieler.

Kischel:
Auswärts haben wir viel zu viele Tore zugelassen, obwohl die Defensive meist gut gespielt hat. Jedoch haben wir oft als komplette Mannschaft schlecht verteidigt. Hinzu kommen die vielen Gegentreffer durch Standardsituationen. Da fehlte häufig die notwendige Konzentration. Beachten muss man bei der ganzen Analyse aber auch, dass wir generell sehr offensiv ausgerichtet sind.

Heckeroth:
Viele individuelle Fehler führen halt zu vielen Gegentoren. Ich schließe mich da auch gar nicht aus. Vor allem sind wir oft frühzeitig einem Rückstand hinterher gelaufen und mussten dann immer 90 Minuten kämpfen, um wieder auszugleichen. Das ist oft bestraft wurden. Dann fehlte uns auch das gewisse Selbstvertrauen, wie in der letzten Saison. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Körpersprache aus. Wir hatten mehrfach einfach Angst, in Rückstand zu geraten.


Ebenso konnten wir auswärts in 9 Spielen erst 10 Treffer erzielen. Woran liegt das?

Pfannkuch:
Wie ich schon sagte, wir sind nicht kopfballstark genug gewesen. Ebenso trafen wir in der Fremde auf starke Gegner, das darf man nicht vergessen. Und nicht zuletzt spielt auch die mangelnde Chancenverwertung eine große Rolle.

Kischel:
Ganz einfach. Wir hatten in den bisherigen Partien nicht den richtigen "Knipser", der mal aus einer Chance auch das entscheidende Tor macht, so einen abgezockten Stürmer halt. Chancen waren ja oft genug vorhanden, nur wir haben sie oftmals nicht rein gemacht. Ein gestandener Oberliga-Angreifer fehlt in unserem Kader.

Heckeroth:
Ich sehe das genauso. Wir sind viel zu selten auswärts in Führung gegangen.


23 Gegentreffer in 16 Spielen sprechen eindeutige Bände. Haben wir ein Abwehrproblem oder liegt es vielleicht daran, das wir viel zu schnell und viel zu oft in der Vorwärtsbewegung wichtige Bälle verlieren?

Pfannkuch:
Auch wenn diese Statistiken etwas anderes aussagen, die Abwehr war nie das Problem. Ich möchte sogar behaupten, dass René Heckeroth, Nils Pölzing, Randy Gottwald, Nils Thiele und Alex Kopp meistens sehr gute Arbeit verrichtet haben. Wenn man sich die vielen Gegentreffer im Einzelnen anschaut, nur sehr selten sind wir wirklich ausgespielt worden. Fast die Hälfte der Tore fiel aus Standardsituationen und da komme ich erneut auf die fehlende Kopfballstärke zurück. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Aber auch hier werden wir uns wieder steigern, zumal in der Rückrunde hoffentlich derartige lange Verletzungsprobleme ausbleiben. Was die besagte Vorwärtsbewegung angeht und etwaige Ballverluste muss ich sagen, das dies kein Grund für die vielen Gegentreffer ist. Unser Spielsystem ist nun mal sehr offensiv ausgerichtet.

Kischel:
Von den 23 Gegentoren sind immerhin zwölf aus Standardsituationen entstanden, da pflichte ich unserem Trainer bei. Das ist eindeutig zu viel. Mehrfach führten auch Unkonzentriertheiten zu verloren gegangenen Zweikämpfen in der Defensive. Und erinnern möchte ich erneut an unsere offensive Ausrichtung, bei der nun mal mehr Treffer erzielt und auch zugelassen werden. Eines gebe aber auch zu bedenken, wir haben nur fünf Spiele gewonnen und acht verloren, und trotzdem ist unser Torverhältnis positiv. Das ist so schlecht nicht.

Heckeroth:
Klar, die zwölf Tore aus Standardsituationen sind zu viel, keine Frage. Auch ich ganz allein habe einen Gegentreffer verursacht, ein Teamkollege meinte sogar das 0:1 in Eilenburg war mein "Eigentor". Und das war einer von vielen individuellen Fehlern. Wichtig ist hierbei aber auch, nur fünf Treffer konnten die jeweiligen Gegner aus dem Spiel heraus erzielen, also kann es nicht NUR ein Abwehrproblem sein, da hat unser Coach absolut Recht. Was die Vorwärtsbewegung angeht, kann ich "Pfanne" nur zustimmen, wir spielen mit sehr hohem Risiko, da bleiben Ballverluste nicht aus.




 

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